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AtlasInteresse im Zeitverlauf
Wonach Menschen suchenKapitel 2 von 13

Co-Sleeping ist von einem unbekannten Begriff zu einem alltäglichen Thema geworden

Wann begannen sich Menschen dafür zu interessieren, als Familie zusammen zu schlafen? Wir haben das Thema anhand von vier Quellen verfolgt: in Büchern und Forschungsartikeln seit 1970, in Google-Suchanfragen seit 2004 und auf Wikipedia seit 2016. Keine dieser Quellen zeigt, wie viele Familien tatsächlich zusammen schlafen. Sie zeigen, wie präsent das Thema ist. Wie viele Familien zusammen schlafen, erfahrt ihr im Kapitel Wer schläft wo?.

4-malso groß war das weltweite Interesse an Co-Sleeping bei Google 2025 wie 2010. Den stärksten Anstieg gab es zwischen 2011 und 2017.
13-malso groß war das Interesse am »Familienbett« bei Google in Deutschland 2025 wie 2012. In Österreich und der Schweiz zeigt sich die gleiche Entwicklung.
63Forschungsartikel pro Jahr beschäftigen sich heute mit dem gemeinsamen Schlafen. Vor 1990 waren es höchstens 2 pro Jahr.

Das bedeutet

  • Co-Sleeping hat sich von einem unbekannten Begriff zu einem alltäglichen Thema entwickelt. Das englische Wort co-sleeping kam bis Mitte der 1980er-Jahre in Büchern fast gar nicht vor. In den 1990er-Jahren fand es Eingang in die Bücher, und auch die Forschung begann, sich intensiv damit zu beschäftigen.
  • Zuerst tauchte der Begriff im Englischen auf. Nach 2005 folgten die anderen Sprachen: Das deutsche »Familienbett« kommt in deutschen Büchern 14-mal so häufig vor wie um das Jahr 2000, und das französische »cododo« war vor 2004 in Büchern fast gar nicht zu finden.
  • In Deutschland begannen die Suchanfragen zum Familienbett um 2012 zu steigen, viele Jahre bevor FamBed 2025 begann, dort Werbung zu schalten.
  • In den letzten Jahren ist das Interesse weitgehend stabil geblieben, doch die beiden Messmethoden von Google liefern unterschiedliche Ergebnisse. Deshalb treffen wir keine Aussage darüber, in welche Richtung sich die Kurve derzeit entwickelt.
  • Weniger Menschen lesen auf Wikipedia über Co-Sleeping: Der englische Artikel wird nur noch halb so oft aufgerufen wie 2019. Auch die gesamte englischsprachige Wikipedia hat weniger Leserinnen und Leser, allerdings nur 7 % weniger.

Bei Google ist in Österreich das Interesse an »Familienbett« 2025 3,5-mal so groß wie 2016 (Google kann dies erst ab 2016 messen).

Vier Quellen auf einer Zeitachse

Jede Zeile steht für eine Quelle und zeigt den Zeitraum von 1970 bis 2025. Je höher die Kurve, desto präsenter ist das Thema in der jeweiligen Quelle. Die Kurven lassen sich nicht in ihrer Höhe vergleichen, sondern nur in ihrer Form: Achtet darauf, wann die einzelnen Kurven zu steigen beginnen. Der graue Bereich markiert die Jahre, für die die Quelle keine Zahlen liefert.

Sprachen der Bücher
BücherDas Wort »co-sleeping« in englischsprachigen BüchernDie Buchdaten reichen bis 2022
ForschungNeue Artikel pro Jahr über gemeinsames Schlafen63 pro Jahr von 2021 bis 2025
GoogleWeltweite Suchanfragen zu Co-Sleeping4-mal so großes Interesse wie 2010
Keine Daten vor 2004
WikipediaAufrufe der Artikel zum Co-Sleeping6.790 pro Monat im Jahr 2025
Keine Daten vor 2016

Der englische Begriff »co-sleeping« tauchte Ende der 1980er-Jahre in Büchern auf und wurde in den 1990er-Jahren geläufig. Zur selben Zeit begann auch die Forschung, sich mit dem Thema zu beschäftigen. Die Buchkurve erreichte um 2010 ihren Höhepunkt, die Google-Suchanfragen folgten und Wikipedia verzeichnete 2019 den Höchststand.

Quelle: Google Books Ngram Viewer (Bücher bis einschließlich 2022); PubMed, NCBI (Forschungsartikel); Google Trends, Thema Co-Sleeping weltweit; Wikipedia, Seitenaufrufe (Wikimedia); Berechnung: FamBed.

FamBeds Co-Sleeping-Atlas fambed.at/co-sleeping-atlas/interesse-im-zeitverlauf

Suchanfragen in eurem Land

Google-Suchanfragen nach dem landesüblichen Begriff für Co-Sleeping oder Familienbett, Jahr für Jahr. 100 steht für das Jahr, in dem am häufigsten nach dem Begriff gesucht wurde. Die gestrichelte Linie zeigt zum Vergleich die weltweite Entwicklung. Wählt ein Land aus.

05010020042010201520202025
»Familienbett«, ÖsterreichCo-Sleeping weltweit (gestrichelt)

Die Kurve zeigt, wie sich das Interesse in Österreich entwickelt hat, nicht wie groß es ist. Wie häufig in Österreich im Vergleich zu anderen Ländern danach gesucht wird, erfahrt ihr im Kapitel Interesse bei Google: 1.049 Suchanfragen pro Jahr je 1.000 geborene Kinder, Platz 2 von 26.

Quelle: Google Trends (abgerufen am 30. Oktober 2026); Berechnung: FamBed.

FamBeds Co-Sleeping-Atlas fambed.at/co-sleeping-atlas/interesse-im-zeitverlauf
So haben wir gerechnet

Bücher: Google Books Ngram zeigt Jahr für Jahr, wie häufig ein Wort in den von Google gescannten Büchern vorkommt. Wir haben verschiedene Schreibweisen zusammengefasst, zum Beispiel co-sleeping und cosleeping, und zeigen jeweils den Durchschnitt von drei Jahren, da die Werte einzelner Jahre stark schwanken. Die Buchdaten enden 2022. Dänische, schwedische und norwegische Bücher sind in diesem Tool nicht verfügbar. Das englische »co-sleeping« kam 1980-84 weniger als einmal pro Milliarde Wörter und 2018-22 66-mal vor. Das spanische »colecho« kommt 24-mal so häufig vor wie um das Jahr 2000.

Forschung: Erfasst wird die Anzahl der Artikel in PubMed, der großen Datenbank für medizinische Forschung, die co-sleeping oder bed-sharing (ein Bett teilen) im Titel oder in der Zusammenfassung erwähnen: insgesamt 12 von 1970 bis 1989, 15 pro Jahr 1995-99 und 63 pro Jahr 2021-25. Insgesamt wird heute fast 4-mal so viel Forschung veröffentlicht wie in den 1990er-Jahren. Das Thema ist also im gleichen Maß gewachsen wie die Forschung insgesamt. Von den Artikeln, in denen das Alter der Kinder angegeben ist, befassen sich 24 % ausschließlich mit Kindern ab 2 Jahren, gegenüber 12 % in den Jahren 1995-2004.

Google: Google Trends zeigt auf einer Skala von 0 bis 100, welchen Anteil ein bestimmtes Wort an allen Suchanfragen in einem Land hat. Wir verwenden den Durchschnittswert für jedes Jahr. Ein Jahr wird nur berücksichtigt, wenn Google das Suchaufkommen in mindestens 7 der 12 Monate messen kann. Jede Kurve hat ihre eigene Skala. Sie zeigt daher die Entwicklung innerhalb eines Landes, nicht ob dort mehr oder weniger gesucht wird als in anderen Ländern. Mehr dazu findet ihr im Kapitel über das Interesse bei Google. Weltweit lag das Thema co-sleeping 2010 bei 20, 2011 bei 23, 2017 bei 75 und 2025 bei 84. In Deutschland lag »Familienbett« 2012 bei 5,3 und 2025 bei 71. 2025 suchten die Menschen in Deutschland 6-mal so häufig nach »Familienbett« wie nach Co-Sleeping.

Wikipedia: Aufrufe der englischen, deutschen, französischen, spanischen und polnischen Wikipedia-Artikel über Co-Sleeping, einschließlich der Aufrufe über frühere Titel wie »Familienbett« und »Bed sharing«. Der englische Artikel wurde 2019 monatlich 8.302-mal und 2025 monatlich 4.181-mal aufgerufen. Die Aufrufe der gesamten englischsprachigen Wikipedia gingen im selben Zeitraum um 7 % zurück. Bei den fünf Artikeln zusammen betrug der Rückgang 59 %.

Einschränkungen: Alle vier Quellen messen, wie präsent das Thema ist, nicht wie viele Menschen tatsächlich gemeinsam schlafen. Die Buchdaten und Google Trends zeigen den Anteil des Themas an allem, was geschrieben oder gesucht wird, keine absolute Anzahl. Die letzten Jahre sind mit Unsicherheit behaftet: Google Trends zeigt einen Anstieg, während die Google-Suchzahlen für Europa ergeben, dass die Suchanfragen nach Co-Sleeping innerhalb von drei Jahren um 18 % und die Suchanfragen nach Familienbett um 7 % zurückgegangen sind. Gleichzeitig wurden 7 % weniger Kinder geboren. Für die USA zeigt Google Trends innerhalb eines Jahres +32 %, die Google-Suchzahlen dagegen +2 %. Deshalb verwenden wir keine Daten aus dem Jahr 2026 und gewichten die letzten Jahre nicht stark. FamBed wirbt seit 2025 in mehreren Ländern, die langfristigen Kurven begannen jedoch schon viel früher zu steigen. In kleinen Ländern und bei selten gesuchten Begriffen gibt es nur wenige Suchanfragen. Deshalb schwanken die Kurven dort stärker und setzen später ein.

In WordPress: Klickt auf +, sucht nach »HTML«, wählt »Individuelles HTML« und fügt den Code ein. Wird anschließend keine Grafik angezeigt, verwendet stattdessen Bild.

Ihr dürft FamBeds Grafiken, Zahlen und Daten aus dem Co-Sleeping-Atlas kostenlos und auch kommerziell nutzen, wenn ihr „FamBeds Co-Sleeping-Atlas“ als Quelle nennt und auf diese Seite verlinkt. (CC BY 4.0)

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